Keno und ich kennen uns schon ziemlich lange. In der fünften Klasse kamen wir auf dem Gymnasium in dieselbe Schulklasse. Wir verstanden uns von Anfang an gut, aber zu engen Freunden wurden wir erst im Laufe unserer gemeinsamen Schulzeit. Damals hätten wir vermutlich nicht erwartet, dass wir viele Jahre später gemeinsam an einem sprechenden Kuscheltier arbeiten würden.
Was uns schon früh verbunden hat, war unser unternehmerischer Ehrgeiz. Keno begann bereits mit 14 Jahren, eigene Apps zu entwickeln und im App Store zu veröffentlichen. Seine ersten Projekte waren Handyspiele. Auch mich hat die Vorstellung, eigene Ideen umzusetzen und daraus etwas Reales entstehen zu lassen, schon früh begeistert.
Von Software zur Frage: Wie kann KI für Kinder aussehen?
Zu Beginn unseres Studiums machten wir uns gemeinsam selbstständig. Wir entwickelten Softwarelösungen für Unternehmen, unter anderem in den Bereichen KI-Automatisierung und Compliance.
Je intensiver wir uns mit künstlicher Intelligenz beschäftigten, desto deutlicher wurde uns, wie schnell sie in den Alltag von Erwachsenen Einzug hält. KI unterstützt Menschen beim Schreiben, Lernen, Arbeiten und Organisieren. Und uns war klar: Diese Entwicklung wird nicht einfach wieder verschwinden.
Gleichzeitig fiel uns auf, dass das Thema bei Kindern bisher kaum angekommen war. Für uns war es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch Kinder mit künstlicher Intelligenz in Berührung kommen würden.
Genau daraus entstand die zentrale Frage, die uns bis heute begleitet:
Wie kann man künstliche Intelligenz so gestalten, dass sie für Kinder sicher, verständlich und wirklich kindgerecht ist?
Für uns stand schnell fest, dass es nicht ausreichen würde, Kindern einfach dieselben KI-Anwendungen zu geben, die Erwachsene auf dem Smartphone oder Computer verwenden. Kinder brauchen einen anderen Zugang – einen, der zu ihrer Lebenswelt passt.
Warum ausgerechnet ein Kuscheltier?
Der erste entscheidende Gedanke kam von Keno: Wenn Kinder mit künstlicher Intelligenz sprechen sollen, dann sollte das nicht über ein Handy oder Tablet geschehen.
Es sollte keinen weiteren Bildschirm geben.
Stattdessen suchten wir nach etwas, das Kindern bereits vertraut ist. Etwas, das Geborgenheit vermittelt, Fantasie anregt und sich ganz natürlich in ihren Alltag einfügt.
Die Antwort lag für uns plötzlich auf der Hand: ein Kuscheltier.
Ein Kuscheltier ist für viele Kinder weit mehr als ein Spielzeug. Es begleitet sie beim Einschlafen, auf Reisen, bei neuen Erfahrungen und manchmal auch in schwierigen Momenten. Was wäre also, wenn dieser vertraute Begleiter zuhören, Fragen beantworten und gemeinsam mit dem Kind die Welt entdecken könnte?
So entstand die Grundidee von Buddlys.
Vier Monate bis zum ersten sprechenden Teddy
Von diesem Moment an arbeiteten wir neben unserem Studium und unserem bestehenden Softwaregeschäft fast täglich an dem Projekt. Wir entwickelten erste technische Konzepte, testeten unterschiedliche Ansätze und überlegten, wie sich die Elektronik sicher in einem Kuscheltier unterbringen ließ.
Nach ungefähr vier Monaten entstand unser erster Prototyp.
Er war noch weit von dem entfernt, was Buddlys heute ist. Wir kauften einen Teddy im nächstgelegenen Spielwarengeschäft, nähten einen Reißverschluss in seinen Rücken und setzten die von Keno entwickelte Elektronik in eine selbst entworfene, 3D-gedruckte Kunststoffbox ein.
Damit hatten wir unseren ersten Buddly.
Technisch war er improvisiert. Für uns war er trotzdem etwas Besonderes: Zum ersten Mal saß vor uns ein Kuscheltier, mit dem man tatsächlich sprechen konnte.
Der Moment, in dem aus einer Idee etwas Reales wurde
Wir testeten den Prototyp zunächst im familiären Umfeld. Natürlich hofften wir auf eine positive Reaktion. Mit der Begeisterung der Kinder hatten wir in dieser Form aber nicht gerechnet.
Sie waren fasziniert davon, dass ihr Kuscheltier ihnen antwortete, Fragen verstand und sogar ihre Namen aussprechen konnte. Für die Kinder war es nicht einfach nur Technik. Der Teddy fühlte sich für sie plötzlich lebendig an.
Dieser Moment hat auch unsere eigene Sicht auf Buddlys verändert.
Wir merkten, dass ein sprechendes Kuscheltier nicht nur unterhaltsam sein kann. Es kann Kindern auch einen neuen Anlass geben, selbst aktiv zu sprechen, Fragen zu stellen und ihrer Neugier zu folgen.
Gerade im Alltag beobachten wir immer häufiger, dass Kinder schon in jungen Jahren viele passive Medieninhalte konsumieren. Sie schauen Videos oder kurze Clips, ohne dabei selbst aktiv werden zu müssen. Buddlys soll dazu einen Gegenpol bilden: weniger Zuschauen, mehr Fragen. Weniger passiver Konsum, mehr echtes Gespräch.
Unser Ziel ist nicht, Kindern vorzugeben, was sie wissen müssen. Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, genau die Dinge zu fragen, die sie wirklich interessieren – und darauf eine verständliche, altersgerechte Antwort zu erhalten.
Eltern wissen es am besten
Bei der Entwicklung von Buddlys mussten wir viele Entscheidungen treffen. Welche Funktionen sind sinnvoll? Welche Inhalte sollen möglich sein? Wie viel Kontrolle sollen Eltern haben? Und wo müssen klare Grenzen gesetzt werden?
Keno und ich sind nicht bei jeder Produktentscheidung sofort derselben Meinung. Wenn wir uns nicht einigen konnten oder nicht sicher waren, welche Lösung die richtige ist, kamen wir immer wieder zu demselben Schluss:
Eltern wissen am besten, was zu ihrem Kind passt. Also müssen wir sie fragen.
Dieser Gedanke ist zu einem wichtigen Grundsatz von Buddlys geworden.
Wir möchten nicht an Eltern vorbei entwickeln. Wir wollen mit ihnen sprechen, ihre Bedenken ernst nehmen und verstehen, was sie sich für ihre Kinder wünschen. Eltern sollen nachvollziehen können, wie Buddlys funktioniert, und selbst entscheiden, wie ihr Kind den Buddly nutzen darf.
Buddlys soll pädagogisch sinnvoll sein, ohne sich wie Unterricht anzufühlen. Sicher, ohne langweilig zu werden. Technologisch fortschrittlich, aber trotzdem vertraut und kindgerecht.
Vom skeptischen Blick zum ersten Fan
Auch unsere Freunde waren zu Beginn nicht sofort überzeugt. Die Vorstellung eines sprechenden Kuscheltiers klang für viele zunächst ungewöhnlich und ein wenig abstrakt.
Das änderte sich in dem Moment, in dem der erste Prototyp vor ihnen saß, ihnen antwortete und ihre Namen aussprach. Plötzlich mussten wir Buddlys nicht mehr lange erklären. Man konnte die Idee selbst erleben.
Aus anfänglicher Skepsis wurde Begeisterung. Unsere Freunde begannen, uns regelmäßig nach dem Projekt zu fragen, neue Ideen einzubringen und uns bei der Weiterentwicklung zu unterstützen.
Für uns war das ein weiterer Beweis dafür, dass Buddlys nicht nur auf einer Präsentation funktionieren darf. Man muss einen Buddly erleben, mit ihm sprechen und sehen, wie Kinder auf ihn reagieren.
Zwei Freunde und eine gemeinsame Mission
Heute sind wir noch immer Studenten. Und noch immer die beiden Freunde, die sich seit der fünften Klasse kennen. Gleichzeitig sind wir Gründer, Entwickler und manchmal auch Spielzeugtester, Geschichtenerfinder oder Problemlöser.
Buddlys verbindet vieles, was uns schon lange begeistert: Technologie, Unternehmertum und die Möglichkeit, aus einer Idee etwas zu schaffen, das für andere Menschen einen echten Wert haben kann.
Wir wissen, dass künstliche Intelligenz auch im Leben von Kindern eine immer größere Rolle spielen wird. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Kinder damit in Kontakt kommen, sondern vor allem wie.
Unsere Mission ist es, diesen Kontakt sicher, kindgerecht und spielerisch zu gestalten – nicht über einen weiteren Bildschirm, sondern durch einen vertrauten Begleiter, den Kinder bereits kennen und lieben: ihr eigenes Kuscheltier.